#30 Die Dinge der Herzog August Bibliothek: Das Bücherrad

Shownotes

Heute geht es um ein Objekt, das Bewegung ins Lesen brachte: das Bücherrad. Elizabeth Harding spricht über das sogenannte Bücherrad – ein ebenso ungewöhnliches wie praktisches Lesegerät der Frühen Neuzeit. Mit seiner drehbaren Konstruktion ermöglichte es, mehrere geöffnete Bücher gleichzeitig zu nutzen, ohne den Überblick zu verlieren.

Diese Episode geht der Frage nach, warum das Bücherrad so gut zu Herzog August dem Jüngeren passt – und was das Möbelstück mit Trinkspielen zu tun hat.

Hier gibt es Fotos des Bücherrads!

Weiterführende Informationen:

HAB gehört ist eine Produktion der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.

Aufnahme und Postproduktion: Landesmusikakademie Niedersachsen

Redaktion: Marie Adler

Sounddesign: Klingebiel Creative

Feedback oder Anregungen? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an presse@hab.de! Wir freuen uns auf Ihre Gedanken zur Episode.

Transkript anzeigen

00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zu Hab Gehört.

00:00:20: Mein Name ist Mari Adler, heute haben wir eine neue Episode in unserer Reihe, in der wir uns mit den Dingen der HAB beschäftigen.

00:00:30: Bei mir ist heute wieder Elisabeth Hading und sie hat uns ein ganz spannendes Objekt mitgebracht – nämlich das Bücherrat!

00:00:40: uns und insbesondere denen, die noch nie in der Augustär-Halle der Herzog Augus Bibliothek unterwegs waren.

00:00:46: Mal erzählen worum es sich dabei handelt?

00:00:49: Gerne Marie!

00:00:50: Das Bücherrad muss man sich vorstellen wie ein großen Bücherschrank, der aber drehbar ist.

00:00:59: also die Bretter sind Drehbar.

00:01:00: das Objekt ist etwa zwei Meter würde ich sagen breit etwa anderthalb Meter hoch besteht aus sechs Brettern, die durch zwei Holzseiten zusammengehalten werden.

00:01:14: Wenn man oben an dem Rand zieht, dreht sich das Objekt im

00:01:19: Kreis.

00:01:21: Da ist

00:01:21: ein Hebel dran, so dass es

00:01:22: mal Luchs rabbt!

00:01:24: Ja, das könnte man formulieren.

00:01:25: Dass man durch das Ziehen dieses System in Bewegung bringen kann und die Bretter fangen sich dann an wie ein Karussell zu drehen ohne – und das ist das ganz Wichtige!

00:01:39: wenn es richtig funktioniert und richtig gebaut ist, die Bretter sich kippen.

00:01:43: Das heißt, wenn man was raufstellt sollte, sofern die Konstruktion funktioniert das, was drauf ist auch wirklich bleiben.

00:01:52: Du

00:01:52: schreibst jetzt so, dass sind Bücher, die man da drauf stellt oder?

00:01:54: Das sind Büchen,

00:01:56: wobei in der frühen Neuzeit, also in der Zeit vor eighteenhundert hat mich sie sehr stark damit auseinandergesetzt, was für eine Mechanik das ist... Dadurch, dass in der Regel das Zahnradsystem überhaupt ermöglichte hinter einer verschlossenen Holzwand war und man nicht genau wusste wie es.

00:02:12: gebaut wurde, konnte es euch durchaus sein dass man die Mechanik nicht gut gebaut hat und dann würden die Bretter eben kippen.

00:02:20: Sodass das in der frühen Neuzeit auch diskutiert worden ist im Zusammenhang mit Trinkspielen weil natürlich wenn man irgendwas da auf dieses Brett rauf tut das Bücherrad dreht oder das Rad dreht die Mechanic die Maschine dreht ist es durchaus denkbar das was runter fällt.

00:02:35: Das heißt es gab immer die Verbinde um Flaschen

00:02:37: Karaffen.

00:02:38: Genau, dass wenn man da ein Getränk drauf stellt und der Holzmeister, der Meister das gemacht hat es eben nicht richtig gemacht hat könnte das runterfallen und einem entgegenkommen.

00:02:48: Ach was?

00:02:49: Und er musste dann trinken, der das falsch gebaut hat?

00:02:52: So könnte man sich die Geschichte gut aus durch vorstellen.

00:02:55: auf jeden Fall ist es so, dass man das in einem Kontext diskutiert hat.

00:02:59: Vermutlich gibt es da nicht so genaue Belege dazu ob es tatsächlich bespielt wurde oder

00:03:05: Nein, es gibt keine Kontexte in dem ich jetzt sagen könnte da gab's die Kneipe.

00:03:09: In der eine Bücherradstand.

00:03:11: heute würden wir das als Bücherrat auf jeden Fall beschreiben steht ja auch bei uns in einer Bibliothek.

00:03:15: Wir kämen nicht darauf das anders zu bezeichnen aber es ist erstmal ein Rad mit Brettern auf den man Sachen abstellen

00:03:22: kann.

00:03:23: Ich kenne

00:03:23: ja auch

00:03:24: den Namen aber vielleicht verwende ich das einfach falsch.

00:03:26: Bücheradkatalog

00:03:29: Genau!

00:03:29: Heute verwenden wir dieses Bücherat Anschauungsinstrument, um darauf die Kataloge Herzog August zu präsentieren.

00:03:39: Die sind heute als Faximile liegen sich da drauf und sind offen aufgeschlagen weil so die Erzählung, die in Führungen häufig dargestellt wird, Herzog August an diesem Bücherrat gesessen hat und seine eigene Büchssammlung verzeichnet hat.

00:03:56: das heißt wenn er ein neues Buch reinkam, hat er in dem Katalog eingetragen dass er ein neues Buch hat.

00:04:03: Und das, was erzählt wird ist dass es eben dieses Bücherrat war an dem er das gemacht hat.

00:04:10: Sodass irgendwann diese beiden Begriffe zusammen gewachsen sind im Laufe der Zeit nämlich die des Bücherrats und die des Katalogs so dass ja heute der Katalog von Herzog August der Bücherradkatalog genannt wird.

00:04:24: Das was mich an diesem Objekt besonders interessiert eben die Sache, dass wir schon immer darüber nachgedacht haben wie hat August gearbeitet?

00:04:34: Herzog August als jemand der katalogisiert hat.

00:04:38: Dafür ist dieses Bücherrat immer ein zentrales Moment gewesen weil wir gesagt haben er hat selber verzeichnet und hat dort seine Sammlung dokumentiert.

00:04:47: Das ist gut denkbar das das so ist.

00:04:50: nun wissen wir aber durch unsere holtechnischen Untersuchungen dass viele Bestandteile dieses Bücherrat eigentlich erst aus dem achtzehnten Jahrhundert, also nach August Zeit stammen.

00:05:00: Und was wir durchaus auch wissen ist das die Direktoren der Bibliothek, die vor allem darum bemüht waren ein Herzog August uns zu erzählen, der genau das getan hat nämlich zu katalogisieren, eigentlich auch späterer Zeitstamm.

00:05:15: Also das Bücherrad ist dann besonders interessant geworden für die späteren Generationen, die ein bestimmtes August Bild uns vermitteln wollten durch dieses Bücherrad.

00:05:26: Das heißt, das was wir heute erzählen die Geschichte über, dass es auf jeden Fall Augusts Bücherrat und auf jeden fall hat er irgendwie vor diesem Schreibtisch gestanden oder gesessen und hat so gearbeitet ist eigentlich eine Erzählung die aus späterer Zeit stammt.

00:05:40: Es geht mir nicht darum zu sagen, dass August das nicht getan hat aber es geht mehr darum zu Sagen Wir sollten das Objekt genauer angucken kontextualisieren.

00:05:50: in bestimmten Erzählungen, die die Bibliothek von sich selber entwickelt hat.

00:06:18: Hab gehört ist eine Produktion der Herzog August Bibliothek.

00:06:21: Aufnahme und Postproduktion Landesmusikakademie Niedersachsen Redaktion Marie Adler Sounddesign Klingebier Creative.

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